Mittwoch, 19. Juni 2013

so, 2 Tage später..
Vorgestern habe ich übrigens einiges gemacht: zum Tempelhofer Feld gegangen und zufällig ein Projekt gefunden, das zum Teil von 1€-Jobbern durchgeführt wird.
Das Projekt an sich interessierte mich eigentlich nicht wirklich, hier werden Pflanzen groß gezogen. 1€-Jobber bauen dafür große Pflanzenkasten aus Holz. Spannender fand ich einen netten Onkel aus der ehemaligen DDR, der mir fürsorglich erklärte, wo man reichlich Essen für 1€ kriegen kann. Es käme nämlich von der "Tafel". Man zeige da einen Bedürftigkeitsnachweis (z.B. einen Hartz IV-Ausweis), bekomme eine Nummer "wie in der Tombola" und voila: "Davon kann man 1 Woche leben!"
Gestern habe ich die "Tafel" gegoogelt und fand die Idee gar nicht so schlecht: Hier wird aus den Supermärkten, Hotels etc. eingesammelt, was zu viel bestellt wurde und in den Müll kommen sollte, und an Bedürftige verteilt. Die Kritiker sagen aber, dass die Armut damit nicht bekämpft, sondern nur gemildert wird, was kontraproduktiv für die wirkliche Lösungsfindung des Problems ist.
Vielleicht soll ich mal zu so einer Tafel gehen und selbst schauen...

Sonntag, 16. Juni 2013

Es wird ein Experiment sein. Ich bin 36 und fange anscheinend an meinem Midlife-Crisis zu leiden. Erst vor kurzem Studentin, suchend und hoffend, bin ich nun eine Mutter von 2 Kindern, Hausfrau, die wenig Neues lernt und viel Gelerntes vergisst. Fange ich nicht an jetzt dem entgegen zu steuern, sieht es am Ende traurig aus. Das Ziel dieses Blogs ist die radikale Änderung meines derzeit lahmen Lebensflusses zu dokumentieren.
Täglich sollen hier zumindest 3 Portionen intellektuellen Futters erscheinen. Ob es ein ordentliches ausgewogenes Mittagsmenü ist, Süßigkeiten oder fastfoody Pommes, ist egal. Die Hauptsache, man hat was zum Kauen. Nicht die Leser, sondern ich. Und wie es euch Lesern dabei geht, ist mir derzeit egal.
Was gab's es denn heute? Erstmal ein paar alte Blogfavoriten: Yulia Vishnevets, Natasha Mozgovaya und Scarlatti. Beide Frauen sind meine Heroes: auch Mütter, aber was für ein aufregendes Leben sie dabei immernoch haben! Sie recherchieren, fotografieren, schreiben Reportagen über Arme und Vergessene, über Kranke oder politisch Unbequeme, sie erzählen mit dem Eifer der 18-jährigen.
Yulia Vishnevets hat über Arme in Russland geschrieben, warum mache ich das nicht? Wie lange wollte ich Geschichten von Obdachlosen in Berlin sammeln. Wie kommen sie dazu, wie kommen sie daraus?
Auch mein innigst geliebter Guru Lorenz-Meyer bloggt wieder regelmäßiger. Dabei nicht nur über die Entwicklung des Online-Journalismus, sondern auch mal was Lokales aus Berlin.
Das waren jetzt nicht genau 3 Themen, aber das ist hinnehmbar für den 1 Abend.